Archive for the 'Gedanken – los!' Category

bitter böse Wahrheit

Es ist mal wieder Zeit für eine Wahrheit. Einst habe ich meinen ökologischen Fußabdruck “berechnet” und so eben habe ich herausgefunden wie viele Sklaven für mein Wohl arbeiten. Wie immer handelt es sich um einen Näherungswert, der, wenn ich ehrlich bin, wohl weiter nach oben steigt, hätte ich all mein Hab und Gut numerisch exakt im Kopf gehabt.
Was mich einigermaßen besonnen stimmt, ist die Tatsache, dass ich im Moment in einem ca. 20qm Zimmer wohne, kein Auto habe und sonst auch auf viel Luxus verzichte. Alles eine Frage der Perspektive, denn für viele ist selbst mein Lebensstandard ein absoluter Luxus. Und so wird mir doch bewusst, dass ich es ganz schön gut habe.

Zu finden ist der Slavery Footprint hier. Ich bin beeindruckt von der Idee und der Liebe zum Detail in der Umsetzung. Ein tolles Projekt! :thumpsup: (gefunden bei Torsten)

Und hier ist sie nun – meine Wahrheit:

Edit: Wie gut, dass ich durch liken, twittern und App laden Free World Points bekommen kann. Frei nach dem Motto: Wenn ich schon so ein neumodisches Luxustelefon habe, dann rette wenigstens die Welt damit ;)

kein Kommentar

ein Baum der sieht

Ein Baum der sieht und schaut und guckt,
sich in seinem Grausein duckt.
Ach, hätt er doch solch Farbenkleid,
tät er sich selbst nicht so viel leid.

Nun steht er da ganz ohne Kleid
keine Spur von großem Neid.
Er grinst und ist ganz ohne Zorn,
Pech gehabt – steh trotzdem vorn. :)

kein Kommentar

wieso, weshalb, warum …

… wer nicht fragt bleibt dumm.
An dieser Stelle möchte ich Herrn Klaus Werner Lobo für das Interview zum Buch
“Uns gehört die Welt” danken. :thumpsup:

Das Interview fand nicht im Dialog statt, sondern schriftlich.
Mein erstes Fazit: es entstehen mehr Fragen und ganz vielleicht gibt es nochmal ein Interview. ;)
Mit Sicherheit hätte man es vom Design geschmeidiger lösen können, aber was zählt, ist der Charakter, hm? Viel Spaß beim Lesen und Scrollen. ;)

geboren: 1967 in Salzburg
Studium: Umweltbiologie, Romanistik und Germanistik in Wien
Schauspiel in Rio de Janeiro
1995-2000: Sprecher des Österreichischen Ökologie-Instituts und freier Journalist für Tages- und Wochenzeitungen
Bücher: Prost Mahlzeit! – Essen und Trinken mit gutem Gewissen
Schwarzbuch Markenfirmen – Machenschaften der Weltkonzerne
Schwarzbuch Öl – Eine Geschichte von Gier, Krieg, Macht und Geld
Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis

_____________________________________________________________________________________

Wiebke: Guten Tag Herr Klaus Werner Lobo. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen um ein paar Fragen zu beantworten.
Mit welchen Worten stellen Sie sich denjenigen vor, denen Sie unbekannt sind?
Hr. Lobo: Kommt darauf an was sie von mir wissen wollen. In letzter Zeit meistens mit „Klaus Werner-Lobo von den Grünen Wien.
Wiebke: … und jetzt wo sie bekannter sind, ;-) was macht sie noch aus?
Hr. Lobo: Ich versuche ein netter Mensch zu sein.
Wiebke: Wann und warum haben Sie sich für ein Studium der Umweltpolitikbiologie entschieden?
Hr. Lobo: Ich habe nie Umweltpolitik studiert, sondern nur ein Semester Umweltbiologie und dann zu Romanistik und Germanistik gewechselt weil mir das zu naturwissenschaftlich war.
Wiebke: Haben Sie sich auch in jüngeren Jahren schon politisch und sozialkritisch engagiert?
Hr. Lobo: Ja, schon mit 11 Jahren, damals gegen das geplante Atomkraftwerk Zwentendorf.
Wiebke: In welchem Moment trafen sie die Entscheidung, die Missstände in großen Konzernen aufzudecken und wie überzeugt waren sie von ihrem Vorhaben?
Hr. Lobo: Nach dem Erscheinen des Buches „Prost Mahlzeit!“, in dem es um die ökologischen und sozialen Folgen des Lebensmittelkonsums ging. Kann man von einem Vorhaben überzeugt sein? Doch eher vom Ergebnis…zu Beginn bin ich meist neugierig.
Wiebke: Haben Sie den Film „Home“ gesehen und hat er ihr Buch beeinflusst?
Hr. Lobo: Nein.
Wiebke: Beschreiben sie ihren emotionalsten Moment beim Schreiben ihres neuesten Buches “Uns gehört die Welt“
Hr. Lobo: Das war wahrscheinlich als ich mit dem Verlagsanwalt um einzelne Formulierungen gerungen habe.
Wiebke: Gab es Momente in denen Sie gezweifelt haben und wenn ja, wer hat Sie ermutigt den Weg weiter zu verfolgen?
Hr. Lobo: Ich zweifle immer. Und dann ermutige ich mich meistens selber wieder.
Wiebke: Was antworten Sie auf folgende Aussage? „ Ich alleine kann eh nichts verändern!“
Hr. Lobo: Wenn man das sagt kann man’s auch nicht. Erst wenn man aufhört so einen Blödsinn zu reden kann man es auch.
Wiebke: Wurden ihre Bücher ernsthaft kritisiert und wenn ja, was haben sie entgegengesetzt?
Hr. Lobo: Naja, ein, zwei Konzerne haben schon behauptet dass die Vorwürfe nicht stimmen. Geklagt hat mich keiner. Und das würden sie sicher wenn sie recht hätten.
Wiebke: Wie findet man bei Veränderungen den gesunden Mittelweg im 21. Jahrhundert?
Hr. Lobo: Ist der Mittelweg gesund? Wichtig ist, seinen eigenen Weg zu finden.
Wiebke: Kaufen Sie tatsächlich keine Produkte von den genannten Konzernen im Buch?
Hr. Lobo: Hab ich das je behauptet oder gefordert?
Wiebke: Besitzen sie ein Handy und wenn ja, wie rechtfertigen sie diesen Besitz?
Hr. Lobo: Ja. Wozu soll ich ihn rechtfertigen?
Wiebke: Glauben Sie an eine spürbare Veränderung?
Hr. Lobo: Natürlich. Ich spür sie sogar immer wieder.
Wiebke: Was halten Sie von social Network Plattformen, wie facebook?
Hr. Lobo: Mir wären nichtproprietäre Open-Source-Plattformen wieder, aber ich versuche sie zu nutzen solange sie mir nützlich erscheinen.
Wiebke: Herr Klaus Werner Lobo, ich möchte ihnen für diesen kleinen Einblick hinter die Kulissen danken und zwei abschließende Fragen stellen:
Wie würden Sie einen Satz formulieren, der unbedingt in die Welt getragen werden muss und Googeln Sie noch oder nutzen sie die Alternative „Ecosia“?
Hr. Lobo: Naja, wenn schon was in die Welt getragen werden muss dann vielleicht der Satz „Liebe dich und andere“. Und wer den googeln muss dem ist eh nicht zu helfen.

kein Kommentar

Wem gehört die Welt?

Hat sich jemand von euch schonmal diese Frage gestellt? Ich habe sie mir nie gestellt, warum auch, es läuft doch alles. Aber wohin und zu wem läuft es denn, das gute Geld? Wer überlegt schon beim Einkaufen über welchen Tresen er seine schwer verdienten Euros schiebt? Ich habe das nie getan. Wer entscheidet sich bewusst gegen große Marken? Ich habe das nie getan.

Als ich noch kein eigenes Geld verdient habe, haben Marken nie eine Rolle gespielt. Dinge des Alltags sollten funktionieren, Hunger stillen oder warm halten, bequem sein, aber niemals Symbol sein. Und jetzt verdiene ich mein eigenes Geld und ich gebe zu, dass ich viele dieser weltbekannten Marken kaufe und konsumiere. Warum? Gute Frage! Ehrlich? Symbolträger, Prestige, sich Zeigen. Ist das nicht absurd? “Harry” macht mich nicht satter, “Pril” das Geschirr nicht sauberer. Das wird praktisch auf jeden Lebensbereich ausgereizt und das obwohl meine Badewanne nie Danke sagt, dass ich das gute “Sagrotan” genommen habe.

 

Vor 2 Wochen habe ich ein Buch empfohlen bekommen. Danke Stephan. :)
“Uns gehört die Welt” von Klaus Werner Lobo.Ich befinde mich derzeit auf Seite 34 und es ist kein Hetzbuch, aber ein Buch mit recherchierten Fakten, dass sehr wohl nachdenken und überdenken lässt. Ich bin gespannt, ob das Buch mich verändern wird – zuerst in meinem Kopf und dann in meinem Handeln, denn Klaus Werner Lobo sagt, dass jeder etwas tun kann. Es gibt also von meiner Seite aus eine eindeutige Buchempfehlung für alle, die daran interessiert sind, ein Bewusstsein für dieses Thema zu entwickeln. Für alle, denen der Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Politik nicht klar ist.
Einen kleinen Vorgeschmack kann ich euch [hier] geben. Man kann seinen ökologischen Fußabdruck berechnen. Eine nette Sache. Man muss sich ein bißchen durchfriemeln und es entsteht ein Näherungswert, aber auch der ist irgendwie klar! Ich verbrauche mehr als da ist.
Es gibt nämlich nur eine Welt – unsere Welt.

Nachtrag: Interview mit Klaus Werner Lobo

7 Kommentare